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Auf dem Weg nach Tiblis
Tiblis
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Tiblis

Frühstück in TiblisTiblis liegt im Tal des Flusses Mtkvari, der sich hier tief in die Landschaft eingegraben hat. Nach kurzer Suche finde ich ein kleines Hotel mit toller Aussicht auf die neu erbaute Kirche Tsminda Sameba (Heilige Dreifaltigkeit), dem Wahrzeichen und Orientierungspunkt von Tiblis.

Tiblis

Von der Frühstücksterrasse aus eröffnet sich ein beeindruckendes Stadtpanorama: rechts die Kirche Teminda Sameba, links auf der Anhöhe der Fernsehturm, der nachts mit einem Lichterspektakel animiert wird. Dazwischen erhebt sich über dem Fluss die Residenz des Präsidenten, dessen Glaskuppel mich irgendwie an die Kuppel des deutschen Reichstags erinnert.

Geländewagen in Tiblisrussischer Oldtimer in TiblisResidenz des georgischen Präsidenten
Auf dem Weg zur Kirche Tsminda Sameba wähle ich bewusst einige Seitengässchen aus und entdecke so manche Kuriosität: In der einen Gasse steht ein nobles Allradfahrzeug und ein paar hundert Meter weiter sehe ich einen hübschen russischen Oldtimer. Dann eröffnet sich ein Blick auf die Präsidentenresidenz, den ich mit dem Zoom einfange.

Die Kirche Tsminda Samebea in TiblisGottesdienst in Tsminda Samebea, TiblisGottesdienst in Tsminda_Samebea, Tiblis
Die Kirche thront majestätisch auf einer Anhöhe. Man kann sich diesem Platz nur voller Ehrfurcht näheren. Ich besuche einen Gottesdienst. Die christlich orthodoxe Religion ist viel sinnlicher als unsere lutherische Kirche. Heilige Gegenstände werden innig geküsst, ebenso das Kreuz in der Hand des Priesters und häufig auch dessen Hand. Die Menschen nehmen ihren Glauben sehr ernst und lauschen gespannt den Worten des Priesters. Die Atmosphäre berührt mich und ich setze nachdenklich meinen Weg zur Altstadtt fort.

Einladung zum MittagessenDie gute Seele des Hauses"Little Obama" in Tiblis
Ein Stückchen weiter mache ich gerade ein Foto, als ein Mann aus einem kleinen Haus tritt und mich anspricht. Er lädt mich zum Mittagessen ein. Seine Nichte ist gerade zu Besuch und zaubert ein einfaches aber sehr wohlschmeckendes Mahl. Die Oma ist begeistert von meiner Sonnenbrille und erstaunlich gut drauf mit ihren 79 Jahren. Ich genieße mehrere Stunden georgische Gastfreundschaft und mache mich gut gelaunt auf den Weg hinunter Richtung Altstadt. Unterwegs komme ich mit einem Trupp Bauarbeiter ins Gespräch und einer von ihnen stellt sich mir als „Little Obama“ vor. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen.

Rustaveli-Platz, TiblisInnenhof der Kashveti-Kirche, Tiblisgeschäftstuechtige Marktfrau
In der Weststadt ist der Rustaveli, mit der goldenen Reiterstatue im Zentrum, der dominierende Platz. Es ist sehr hektisch hier und ich flüchte mich in den Garten einer nahe gelegenen Kirche. Eine Unterführung entpuppt sich als regelrechte Markthalle. Ich frage die Marktfrau, ob ich sie fotografieren dürfte und sie wirft sich in Pose – nicht ohne Hintergedanken, denn anschließend gehe ich mit einem Kilo Tomaten und einem halben Liter Schnaps beladen weiter. Sie ist Geschäftsfrau durch und durch – und alles war so unaufdringlich und selbstverständlich.

Kirche oberhalb der Altstadt Altersarmut, Tiblisverzweifelte alleinerziehende Mutter, Tiblis

Ich erhasche durch die Füße einer Reiterstatue einen ungewöhnlichen Blick auf eine Kirche oberhalb der Altstadt und bin überwältigt von deren Schönheit. Doch dann fallen mir auch andere Fassetten der Stadt auf: Altersarmut und bettelnde Mütter mit kleinen Kindern auf dem Arm. Sie sitzen einfach da und warten auf die Mildtätigkeit einiger Mitmenschen. Wir können bei uns über Hartz IV froh sein, auch wenn es nicht immer gerecht sein mag. Solch bedrückende Schicksale bleiben uns dann doch erspart.



 

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