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Auf dem Weg nach Tiblis
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Auf dem Weg nach Tiblis

impossantes Kreuz auf dem Weg nach XasuriIn Georgien prägen christliche Symbole das Land. Die unmittelbare Nähe zu Armenien, der Wiege des Christentums hier im Osten, die sich bis in das heute erzkonservative islamistische Erzurum in der Türkei erstreckte, prägt auch das religiöse Leben Georgiens. Als orthodoxer Christ schlägt man ein Kreuzeichen wenn man an einer Kirche vorbeikommt – ganz egal, ob man gerade mitten in einem Gespräch ist oder vor wenigen Sekunden noch einen Fluch auf den Lippen hatte.

Fernwärmeleitunghäufiger Gast am StraßenrandRegen vor Zestaponi verhindert Weiterfahrt
Vorbei an nicht mehr ganz taufrischen Fernwärmeleitungen und „gefährlich“ aussehenden Kühen geht es Richtung Xasuri. Ganz werde ich die Strecke heute nicht mehr schaffen, denn es ist bereits später Nachmittag. Fünf Kilometer vor Zestaponi mache ich eine Kaffeepause an einem Imbiss. In Zestaponi gebe es ein Hotel versichert man mir.

Als ich meinen Kaffee halb ausgetrunken habe fängt es heftig an zu regnen. Ein Gewitter jagt das andere. Ich beschließe, mein Abendessen hier einzunehmen und hoffe, dass der Regen bald nachlässt.. Es ist bereits dunkel und es regnet immer noch wie aus Kübeln. Ein wohlbeleibter Mann, der irgendwie zum Inventar des Imbisses gehört, legt den Arm auf meine Schulter und sagt: „Mach dir keine Sorgen.“ Der Tisch im Hinterzimmer wird zur Seite geschoben. Ich packe meine Thermarest -Matte und meinen Schlafsack aus. Das ist also mein Hotel für diese Nacht. Am nächsten Morgen ist vom Regen nichts mehr zu sehen. Ich will der Gastgeberin ein paar Lari in die Hand drücken, aber sie winkt ab.

Picknick mit lungenkranken Kindern in Xasuriorthodoxe Kirche in XasuriBurg in Xasuri
Bei der Fahrt durch Xasauri sticht mir ein schmuckes Kirchlein ins Auge. Ich halte spontan an, um es mir näher anzusehen. Im Garten der Kirche sind etliche Kinder mit ihren Betreuerinnen. Svetlana spricht gut Englisch und erklärt mir, dass sie aus dem Osten Georgiens kämen und hier mit den lungenkranken Kindern auf Kur seien. Wir machen zusammen Picknick. Jeder steuert seine Vorräte bei und wir lassen es uns gut gehen. Danach sehe ich mir im Ort die alte Kirche an, die gleich neben der imposanten Burg liegt.

Der kleine Chopper findet immer viele Bewundererrätselhafte georgische Schriftgigantische Stalinstatue in Gori
Wenn ich irgendwo an einem Kiosk eine Pause mache, um meine Wasservorräte aufzufüllen oder um einen Kaffee zu trinken, dann bin ich ganz häufig von einer interessierten Menschenmenge umringt. Meistens outed sich einer von ihnen als Motorradspezialist, der den Umstehenden die Technik meiner Maschine erläutert. Zur Bestätigung seiner Fachkompetenz versichert er sich ab und zu bei mir durch eine Rückfrage ab, ob er mit seiner Einschätzung auch richtig liegt. In Deutschland wird mein kleines Motorrad normalerweise gar nicht wahrgenommen und hier stehe ich häufig im Mittelpunkt. Natürlich kann ich nicht einfach mein Wasser kaufen und dann weiterfahren – mindestens eine Viertelstunde Aufenthalt gebietet die Höflichkeit.

Die georgische Schrift ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Ich mache erst gar keinen Versuch die einzelnen Buchstaben zu unterscheiden. Zum Glück sind wesentliche Wegweiser zusätzlich immer auch in lateinischen Buchstaben geschrieben. Später erklärt mir ein Armenier, dass die georgische Schrift doch ganz einfach sei – die Buchstaben entsprächen weitgehend einer horizontalen Spiegelung des armenischen Alphabets. Für Armenier mag diese Erkenntnis hilfreich sein. Mir hilft es nicht weiter.

Wenn man an Gori vorbeikommt, dann ist zumindest ein kurzer Stopp in der Geburtsstadt von Stalin obligatorisch. Vor der Stadtverwaltung steht eine riesige Statue des Diktators und um das winzige Geburtshäuschen von Stalin hat man eine Art Tempel gebaut. Allen historischen Widrigkeiten zum Trotz ist man in Gori – und auch im restlichen Georgien- stolz auf den „großen“ Sohn der Stadt.



 

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