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Nordöstliches Anatolien

zwischen Erzincan und ErzurumWenige Kilometer weiter auf der Schnellstraße Richtung Erzurum führt eine kleine Straße in Richtung des Dorfes Beypinar Köyü. Kurz vorher zweigt ein Feldweg ab, der eher an einen Wanderweg erinnert. Nur mit Mühe schaffe ich es mit meinen 15 PS die kurzen aber sehr steilen Hügel hinauf. Vor einem schönen Bergpanorama will ich ungestört eine kurze Videosequenz aufnehmen. Kaum bin ich fertig, da kommt  ein Bauer mit Schlepper und Pflug des Weges. Er hält an und ich versuche ihm verständlich zu machen, dass ich hier lediglich ein paar Fotos mache. Er versteht meine Hand- und Fußsprache nicht ganz richtig und meint, er solle ein Foto von mir machen. Wir einigen uns schließlich auf ein gemeinsames Foto, als ein weiterer Schlepper entgegenkommt. Osman, ein sehniger Typ so Mitte dreisig, lädt mich auf Englisch zum Tee ein. Er guckt sich immer wieder um, ob ich mit meinem Motorrad auch brav seinem Schlepper folge.

In seinem einfachen Haus lerne ich wahre türkische Gastfreundschaft und die typische ländliche Familienhierarchie kennen. Sein Englisch entpuppt sich als ziemlich rudimentär und er hat es von seiner ältesten zehnjährigen Tochter gelernt. Safiye lernt seit einem halben Jahr in der Schule Englisch und ist sich noch sehr unsicher. Der Vater raunt ihr etwas zu, sie flitzt in die Küche und kommt mit einer großen Plastikschüssel, einer Karaffe Wasser und Flüssigseife zurück. Der Vater hält die Hände über die Schüssel, Safiye gießt Wasser darüber, anschließend einen Sprıtzer Seife darauf und dann wieder Wasser. Mir gedeiht danach die gleiche Prozedur an – fließendes Wasser auf einem einfachen anatolischen Bauernhof.

Die Einladung zum Tee entpuppt sich als ausgedehnte Einladung zum Essen. Nach einem Glas Ayran folgen gemischter Salat mit frisch gebackenem Fladenbrot, in Eiern ausgebackenens Hühnerklein und dazu reichlich Tee. Mein gestecktes Tagesziel kann ich vergessen, denn mein Gefühl sagt mir, früher als vor zwei Stunden aufzubrechen wäre unhöflich. Bevor ich aufbreche muss ich mir im Stall noch die zehn Rinder ansehen - sie sind sein ganzer Stolz.

Motorrad trifft TraktorIshak Pasha Palast bei Dogubayazitam Fuße des Arrarat

Mein Weg führt mich über den 2290 m hohen Sacdagi Gacidi Pass nach Dogubayazit, einer quirligen Stadt am Fuße des Arrarat – nur 60 km vom Iran und Armenien entfernt. Ich bedauere es für einen Moment, den Iran nicht in meine Reiseplanung einbezogen zu haben, denn die Kurdische Mentalität gefällt mir sehr gut. Wenige Kilometer südlich von Dogubayzit liegt hoch erhaben der Ishak Pasha Palast – das Neuschwanstein Ostanatoliens. Leider ist der Palast nur noch eine recht gut erhaltene Ruine, die eindrucksvoll die frühere Pracht erahnen lässt.

Nach einem ausgedehnten Bummel durch den Markt komme ich erst nachmittags los. Auf der staubigen Straßen, nicht zuletzt wegen der vıelen Fotostops, schaffe ıch heute nur 60 km. Der Lohn ist ein Basislager direkt am Fuße des Arrarat mit guten Bedingungen zum Fotografieren.

Camlibel Gecidi PassSchnee am Gecidi Pass auf 2640 mNebel in den Bergen vor Hopa, nahe der Grenze zu Georgien

Auf dem Weg zur Grenzstadt Hopa am Schwarzen Meer gilt es den 2640 m hohen Camlibel Gecidi Pass zu überwinden, der sich noch mit mächtigen Schneefeldern präsentiert. Die Region um Hopa macht ihrem Ruf als Wetterküche alle Ehre und erwartet mich in den Bergen kuz vor dem Meer mit tief hängenden Wolken, welche die Sicht oft auf weniger als 50 m begrenzen. Ich gönne mir einen Ruhetag und bin gespannt was mich in den nächsten Tagen in Georgien erwarten wird.



 

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