Anmelden
Start Reise-Blog Albanien und Montenegro Albanien, wild und schön - Kurzvortrag
Albanien, wild und schön - Kurzvortrag

Der Tag, an dem wir wissen wollen, warum wir mit Mountain-Bikes unterwegs sind. AlbanienDer Kurzvortrag war vor ausverkauftem Haus beim
El Mundo Festival im Oktober 2014 am Strart.

Wir sind sehr früh in Permet gestartet, denn heute steht der härteste Tag unserer Radtour durch Südalbanien an. Wir, das sind die vier „Crazy Boys" aus dem Taubertal in Baden Württemberg. Den Namen haben wir uns nicht selbst gegeben – Albaner, denen wir erzählten, wo wir unterwegs waren und was wir noch vor haben, sagten: „Guys, you are crazy". Jetzt, wenn ich an die heutige Herausforderung denke, glaube auch ich, dass wir ein wenig verrückt sind. Vor uns liegen über 40 km unbefestigte Schotterpiste mit einem Höhenunterschied von mehr als tausend Metern. Zum Glück wissen wir noch nicht, wie steil, schlammig und anstrengend die Piste sein wird.

Das Wetter ist gut und die Wolkenspiele geben der Landschaft noch zusätzliche Dramatik, dabei hätte sie es gar nicht nötig. Im Nordwesten erhebt sich majestätisch der 2415 m hohe Gipfel des Tomorri, der höchste Berg Südalbaniens, im Nordosten spitzt der 2383 m hohe Ostrovice hervor. Dreht man sich um und blickt in Richtung Süden, dann streckt sich dort die imposante schneebedeckte Dhembel-Gebirkskette in den Himmel, die uns gestern bereits Respekt abgenötigt hat.

Speichenbruch - der Dritte. AlbanienEndlich ist ein Dorf in Sicht und am zweiten Haus steht ein Familienvater, der schon seit längerer Zeit unseren Aufstieg beobachtet. Die Familie muss in dieser abgelegenen Gegend jeden Lari zweimal umdrehen, denn Wohlstand sieht anders aus. Wir werden zum Kaffee eingeladen - Gastfreundschaft hat in Albanien einen sehr hohen Stellenwert. Das passt uns gut, weil seit etwa einer halben Stunde ist mein Hinterrad nicht mehr ganz dicht und wir können im Hof den Schlauch tauschen. Der Mantel erweist sich als sehr widerborstig, er will einfach nicht gleichmäßig in die Felge eintauchen, und geballter Sachverstand von vier erfahrenen Radlern nötig ist, um ihm den Weg in die Felge zu weisen.

Noch mindestens zwei Stunden steilen Anstiegs auf grobem glitschigem Schotter liegen heute vor uns und mein Blick wandert immer öfter zu meiner Uhr. Vermutlich werden wir die Strecke bis Corovoda heute nicht schaffen. Wenn die Abfahrt auch nur ansatzweise so steil und anspruchsvoll wie der Aufstieg ist, dann sind höchste Konzentration und fahrerisches Können gefragt. Zeitdruck, Nervosität oder anbrechende Dunkelheit können wir dabei nicht gebrauchen. Was machen wir, wenn wir die asphaltierten letzten Kilometer der Strecke nicht rechtzeitig erreichen? Wir haben kein Zelt dabei und nachts wird es in den Bergen Albaniens empfindlich kalt. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es meines Wissen keine auf der Strecke. Die letzten Kilometer der Piste führen entlang des grandiosen Osumi-Canyons, den ich schon immer sehen wollte und weswegen ich diese Herausforderung auf mich nehme. Jetzt ist mir der Canyon egal. Ich denke vielmehr krampfhaft darüber nach, wie wir möglichst ohne Unfall und ohne Notbiwak diesen Tag zu Ende bringen können.

Es ist bereits später Nachmittag und der Tag ist für uns noch lange nicht zu Ende, aber ich möchte nicht jetzt schon verraten, wie es weiter geht, sonst ist die Spannung weg. Im Kurzvortrag "Albanien - wild und schön: Tag neun einer Radtour", der speziell auf die Radtour durch Albanien abzielt, oder im Vortrag "Albanien und Montenegro - wild und schön" erfahren Sie wie das Abenteuer ausgegangen ist.

Vorbereitung für den Fahrradtranstport im FlugzeugZweiräder, AlbanienIm Zimmer oder auf dem Balkon fühlen sich unsere Fahrräder am wohlsten. Saranda, AlbanienAuf der Brücke bei Benja, AlbanienAbenstimmung am Natur-Thermalbad, Benja, AlbanienSchotterpiste über die Berge nach Cerovoda, AlbanienObstmarkt, Albanien"Das blaue Auge", AlbanienButrint, Albanien

 

Fotoreportagen